Bierther GmbH
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Bericht über Deutsch-Französischen Praktikantenaustausch.

In der Zeit vom 05.06. - 30.06.2000 hatte ich die Möglichkeit, an einem vom Industrieverband Heizung-Klima-Sanitär in Stuttgart organisierten Praktikantenaustausch teilzunehmen. Der Austausch fand in Zusammenarbeit mit dem französischen Schwesternverband Syndicat du Genie Clirnatique in Paris statt. Die Unterbringung während des einmonatigen Aufenthaltes fand in der Résindence Marcel Bonnet in Chachan statt. Teil nahmen an dem Austausch 12 Auszubildende aus dem Raum Stuttgart, acht Technische Zeichner und vier Anlagenmechaniker.
Wir hatten alle Einzelzimmer in einem Wohnheim mit Abendessen und Frühstück. Nach unserer Ankunft in Paris wurden wir in der dortigen modernsten Berufsschule empfangen, die wir besichtigten und unseren Firmen zugeteilt.
Ich arbeitete bei der Firma Spie Triendel, die insgesamt über 20.000 Mitarbeiter in ganz Europa beschäftigt. Spie Triendel ist eins von fünf Firmen, die zur Hauptgruppe von Spie International gehören.
Mein Arbeitsplatz war direkt in Paris am La Défense, wo die mir zugeteilte Firma zwei große Hochhäuser mit Klimaanlagen und Luftaufbereitungsanlagen ausstattete. Direkt im Banken- viertel von Paris entstand ein riesiges Bürohaus mit zwei zusammenhängenden Türmen mit über 160 m Höhe und 42 Stockwerken. Während meines Aufenthaltes betreuten mich Herr Raad und Herr Legros. Herr Raad war der bauleitende Projektmanager, Herr Legros der bauleitende Obermonteur.

Die Firma beschäftigte 200 Arbeiter auf dieser Baustelle. Es wurden alle Arbeiten im Bereich Lüftungstechnik und Klimatechnik sowie Montage der Luftkanäle ausgeführt. Im Gebäude wurden ca. 1440 einzelne Deckenklimageräte in die Büroräume gehängt. Diese mußten wiederum alle mit Kondensat, Zuluft und Kaltwasserleitungen verbunden werden. Meine Aufgabe bestand zum großen Teil in der Kontrolle und Abänderung der ausgeführten Arbeiten. Ich mußte Zeichnungen von Geräten oder Rohrleitungen miteinander vergleichen und die Fehler in den Plänen markieren. Darüber hinaus arbeitete ich auch bei den Passivhaustechnikern, die die einzelnen Klimageräte in den Etagen mit schwarzem Rohr anschlossen. Die Rohre wurden nicht miteinander verschweißt, sondern mit einer Art Schelle zusammengeschraubt.
Die Arbeit in einem solchen Gebäude wie diesem ist zwar ziemlich interessant, doch für den Einzelnen sehr eintönig, da die Arbeiter in einzelne Trupps aufgeteilt sind und immer nur den gleichen Arbeitsgang erledigen. Dieses Verfahren spart wohl Zeit und Geld, ist aber für den Monteur sehr stupide.
Im allgemeinen hat mir dieser Austausch sehr gefallen, da auch ein umfangreiches Rahmenprograram geboten wurde. So gingen wir am 10. Juni Go-Kartfahren und Sonntags besuchten wir Schloß Versailles. Den 12. Juni verbrachten wir mit einer Bootstour auf der Seine und besichtigten noch den Eiffelturm und Notre Dame. Sonntags, den 18. Juni, besuchten wir Parc Asterix, einen Vergnügungspark ähnlich wie Euro Disney. Das Wochenende des 24./25. Juni besuchte uns eine Delegation Deutscher der IHK Stuttgart. Mit ihnen und dem Betreuer des Syndicat de Clima besprachen wir unsere Erfahrungen eines solchen Austausches und erläuterten Probleme und Änderungsvorschläge. Anschließend gingen wir Mittag- und Abendessen.
Für mich persönlich war dieser Austausch eine sehr lohnende und interessante Erfahrung, die man normalerweise während der Lehre gar nicht geboten bekommt. Ich hoffe, daß es noch einige solcher Projekte geben wird, da ein solcher Austausch auch hilft, die deutsch-französische Freundschaft zu verbessern und zu vertiefen und der Einzelne die Möglichkeit erhält, Menschen aus einem anderen Land in ihrem Alltag kennenzulernen, was einem während eines Urlaubs beispielsweise nicht möglich ist.
Wiesenbach, den 9. August 2000